Blutwurz - starkes zartes Rosengewächs
Auch heute möchten wir euch wieder ein wertvolles Kraut aus der Tiroler Heilkräuter-Sammlung vorstellen: die Blutwurz. Klingt schon fast mystisch, ist aber ein häufig vorkommendes Rosengewächs. Eines mit einem vielseitigen Wirkungsspektrum...
Steckbrief Blutwurz
Der Blutwurz gehört zur Familie der Rosengewächse und dort zur Gattung der Fingerkräuter (Potentilla). Blutwurz ist eine mehrjährige Heilpflanze. Sie wird auch Tormentill genannt. Ihre Blüten sind gelb und bestehen aus vier Kronblättern. Der kräftige Wurzelstock wird als Heilmittel verwendet.
Blutwurz ist in ganz Europa verbreitet und wird von Skandinavien bis Italien gestochen. Die Pflanze wächst auf kargen Heiden, nährstoffarmen feuchten Wiesen und an Waldrändern.
Sammeln könnt ihr Blutwurz von März-April und September bis Oktober. Gesammelt, oder gestochen, wird dabei die Wurzel.
Blutwurz in der Tiroler Hausapotheke
Blutwurz ist eine Heilpflanze mit langer Tradition. Sie wird gerne gegen Durchfall und Magen-Darm-Unstimmigkeiten eingesetzt. Außerdem soll sie im Mund als Spülung eine gereizte Schleimhaut beruhigen.
Verantwortlich für diese Wirkungen sind die wertvollen Gerbstoffe, die in der Wurzel der Blutwurz stecken. Sie haben eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Aber Vorsicht, bei empfindlichen Personen können die Gerbstoffe als Tee getrunken zu Magenbeschwerden führen!
Wir haben in unserer Kräuterbücher-Bibliothek gestöbert und einen interessanten Auszug gefunden:
„[…] der Blutwurz ist geeignet bei akuten unspezifischen Durchfallerkrankungen. [...] ausgenommen Magenprobleme bei empfindlichen Personen […] “ Zitat aus „Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten – M. Luise Kreuter – BLV Gartenberater.
An dieser Stelle möchten wir aber darauf hinweisen, dass dies keine Empfehlungen unsererseits sind, sondern alt überliefertes Kräuter Wissen. Solltet ihr Beschwerden haben, bitte immer Arzt oder Apotheker konsultieren.
Blutwurztee: die richtige Zubereitung
Für den aromatischen Blutwurz Tee verwendet ihr 5 g getrocknete Blutwurz (etwa einen Teelöffel) und übergießt sie mit 150 ml kaltem(!) Wasser. Das Ganze 8 Stunden ziehen lassen und dann abseihen. Die eingeweichte Blutwurz nun mit 150 ml kochendem Wasser aufgießen, 10 min ziehen lassen, abseihen und trinken.
So erhält man einen sehr intensiven Tee, der den Magen beruhigt, aber nicht mehr als zweimal am Tag getrunken werden sollte.
In der Kräuterdestillerie setzen wir regelmäßig frisches Majoran-Mazerat an. Das wird dann beispielsweise im Alpenkräuter Wurzelbitter verarbeitet. Dieser wunderbare Digestiv und Muntermacher passt hervorragend nach einem guten Essen.
Wohl bekomm's!
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